Wissenschaftlicher Kongress Bremen 2010

„Inklusion und Empowerment. Wirkungen sportlicher Aktivität für Menschen mit geistiger Behinderung“

Nach der erfolgreichen Durchführung des 3. Wissenschaftlichen Symposiums „Behinderung, Bewegung, Befreiung – Ressourcen und Kompetenzen von Menschen mit geistiger Behinderung“ 2009 in Berlin, möchte Special Olympics Deutschland sein Engagement im Jahr 2010 fortsetzen.

Als fester Bestandteil der Special Olympics Sommerspiele, findet der wissenschaftliche Kongress auch bei den National Games in Bremen 2010 statt. Der Kongress fand am Ende der National Games statt und rundete damit aus wissenschaftlicher Perspektive diese gelungene Großveranstaltung ab.

Durch den einleitenden Beitrag des DOSB-Präsidenten Dr. Thomas Bach erhielt der Kongress eine besondere Würdigung und erzielte eine große hochschulinterne und öffentliche Aufmerksamkeit. Über hundert Kongressteilnehmern an beiden Tagen und 30 Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland dokumentieren auch das gestiegene wissenschaftliche Interesse an der Thematik der sportlichen Aktivität für Menschen mit geistiger Behinderung.

Die Vorträge und Diskussionen waren interdisziplinär angelegt und hielten u.a. folgende Ergebnisse fest:

  • Sportliche Aktivierung der Menschen mit geistiger Behinderung ist eine konkrete und fruchtbare Anstrengung, mit der die Befähigung und Teilhabe auch über die eigentliche sportliche Dimension hinaus gefördert wird; mit der die notwendigen Bedingungen einer umfangreichen Inklusion der AthletInnen, Betreuer und Einrichtungen im sozialen Umfeld etabliert werden.
  • Sportliche Aktivierung stärkt die freudvolle Selbsttätigkeit in einem breiten Spektrum von leichten und schweren geistigen Behinderungen und führt zur Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen, die Selbstartikulierung und Selbstbestimmung fördern.
  • Sportliche Aktivität folgt ganz unterschiedlichen Motiven, kann jedoch zu nachhaltigem Engagement und gesünderem Lebensstil führen.
  • Sport als gesellschaftlich anerkanntes Feld eröffnet für Menschen mit Behinderungen eine gesellschaftliche Teilhabe, in dem zugleich unter Berücksichtigung der körperlichen, geistigen und sozialen Voraussetzungen gesundheitliche und förderpädagogische Ziele angestrebt werden können.
  • Im Zusammenwirken von Erziehung und Bildung ist das heimliche förderpädagogische Leitprinzip des „Helfens“ und des „Stellvertreters“ einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
  • Der Stand der wissenschaftlichen Forschung erlaubt z. Z. vor allem retrospektive Analysen. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung müssen stärker in Förderprogramme einfließen. Wissenschaftliche Begleitung von Förderprogrammen im Sport ist weiterhin als Daueraufgabe notwendig.
  • Die gesellschaftliche Entwicklung erschwert absehbar die Etablierung solcher Förderprogramme und deren wissenschaftlicher Begleitung in finanzieller, institutioneller und konzeptioneller Hinsicht. Die Verbesserung dieser Situation bedarf verstärkter Anstrengungen.

Die versammelten Wissenschaftler äußerten daher übereinstimmend die Meinung, dass der Kongress einen notwendigen qualitativen Schritt darstellte, damit die gesamte Thematik weiter erforscht, die wissenschaftlichen Anstrengungen in der Scientific Community etabliert und die Ergebnisse zum Vorteil der Menschen mit geistiger Behinderung genutzt werden.

Ulrich Meseck, Dietrich Milles, Manfred Wegner

Hier finden Sie das Kongress-Programm.

Für Rückfragen stehen Ihnen Sandra Ziller (sandra.ziller@specialolympics.de) in der Bundesgeschäftsstelle von SOD gern zur Verfügung!

Der Kongress-Flyer steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung

Das Programmheft steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung